Negatives Gutachten, was nun?

Nach der MPU folgt immer ein Gutachten, das schematisch immer gleich aufgebaut ist. Es enthält zunächst den Grund für die Untersuchung, zum Beispiel die Fahrt mit einer erhöhten Alkoholkonzentration im Blut. Dann folgen die Analyse der Akte und ein kurzer Abriss des Lebenslaufes. Dem folgen dann die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung, verbunden mit den Werten der Laboranalysen. Anschließend folgen die Explorationsdaten, das heißt, die Darstellung des Verhaltens zum Beispiel in Bezug auf Alkohol. Hier werden die Ergebnisse des Interviews dargestellt. Zuletzt werden noch die Ergebnisse der computerunterstützten Testverfahren angegeben. Abschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und beurteilt.

Das Ergebnis der MPU erhalten Sie in der Regel nach zwei Wochen. Sie sollten im Vorfeld angeben, dass Sie das Gutachten selbst zugesandt bekommen möchten. Es gibt nämlich auch die Möglichkeit, es direkt an die Fahrerlaubnisbehörde zustellen zu lassen. Wenn es möglich ist, sollten Sie das Gutachten vor der Abgabe bei der Behörde mit einem Anwalt durchgehen. Dieser kann am besten beurteilen, ob es für die Wiedererteilung Ihrer Fahrerlaubnis dienlich ist oder eher hinderlich. Hierbei muss nicht einmal unbedingt der psychologische Teil problematisch sein, allein ein Laborwert aus der medizinischen Untersuchung kann zu einer Ablehnung Ihres Antrages auf Erteilung der Fahrerlaubnis führen. Ergibt die MPU ein negatives Ergebnis, ist dringend davon abzuraten, es bei der Fahrerlaubnisbehörde vorzulegen. Verpflichtet sind Sie hierzu nicht, da der Auftrag zur Untersuchung in Ihrer Zuständigkeit liegt. Denn Sie allein tragen auch die Kosten hierfür. Wenn Sie kein Gutachten vorlegen, wird der Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis nach Ablauf der festgelegten Frist abgelehnt. Sinnvoller ist es, wenn Sie den Antrag vorher schon selbst zurückziehen. Sollte Ihr negatives Gutachten an die Fahrerlaubnisbehörde weitergeleitet werden, wird es zur Führerscheinakte genommen und verbleibt dort für die Dauer von zehn Jahren. Dies sollten Sie möglichst vermeiden. Achten Sie also zu Beginn der Untersuchung darauf, dass Sie angeben, dass Sie selbst das Gutachten haben möchten.

Wenn die MPU negativ verlaufen ist, sollten Sie das Gutachten sehr selbstkritisch durchsehen. Lag das negative Ergebnis lediglich an den Laborwerten, können Sie mit einem Arzt besprechen, was der Auslöser gewesen sein kann. Am sinnvollsten ist es aber, das Gutachten mit einem Psychologen zu besprechen. Zwar entstehen Ihnen hierdurch nochmals zusätzliche Kosten, aber ein erfahrener Psychologe kann Ihnen die notwendigen Ratschläge geben, um bei der nächsten Untersuchung ein positives Ergebnis zu erreichen. Wiederholen Sie die Untersuchung, wenn Sie und eventuell Ihr Psychologe der Meinung sind, dass die fraglichen Punkte ausgeräumt sind.